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Monitoring und Steuerung von Veränderungsprozessen in der Psychotherapie: Weiterbildung zum Synergetischen Prozessmanagement in Hamburg

Weiterbildung zum Synergetischen Prozessmanagement in Hamburg

Monitoring und Steuerung von Veränderungsprozessen in Psychotherapie und Beratung

Weiterbildungscurriculum zum Synergetischen Prozessmanagement unter Anwendung des Synergetischen Navigationssystem (SNS) (internet- und app-basiertes Monitoringsystem) und eines neuen Verfahrens der Fallkonzeption

WEITERBILDUNG ZUM SYNERGETISCHEN PROZESSMANAGEMENT IN HAMBURG

Monitoring und Steuerung von Veränderungsprozessen in Psychotherapie und Beratung

Weiterbildungs-
curriculum zum Synergetischen Prozessmanagement unter Anwendung des Synergetischen Navigationssystem (SNS) (internet- und app-basiertes Monitoringsystem) und eines neuen Verfahrens der Fallkonzeption

Die Gestaltung und Förderung von Veränderungsprozessen in Beratung, Organisationsentwicklung und Psychotherapie stellen uns vor besondere Herausforderungen. Solche Prozesse sind weder einfach vorhersehbar noch intentional steuerbar. Gleichzeitig sind mehrere Systemebenen zu berücksichtigen und die Informationen von gestern sind nicht selten heute schon überholt. Die Komplexitätswissenschaften liefern in dieser Situation geeignete Verständnisgrundlagen sowie Methoden, um die Eigendynamik von Selbstorganisationsprozessen wirkungsvoll zu unterstützen, zu gestalten und zu evaluieren.

In dieser Weiterbildung werden die hierfür notwendigen Kompetenzen vermittelt.

Termine und Arbeitszeiten

3 Module à 2 Tage von Februar bis Juli 2026 (freitags: 09-18 Uhr und samstags 09-14.30 Uhr), zusätzlich 2 Online-Termine (15-18 Uhr)

Block 1: 27./28.02.2026 im Umfang von 16 UStd

Block 2: 24./25.04.2026 im Umfang von 16 UStd

Block 3: 17./18.07.2026 im Umfang von 16 UStd

Onlinetermine: 22.05. und 11.09.2026 im Umfang von jeweils 3 UStd

Fortbildung

70 Fortbildungspunkte für approbierte Psychotherapeut:innen und Ärzt:innen

Ort

Praxis F. Thierfelder
Dorotheenstr. 137
D-22299 Hamburg

Anmeldung

Kontakt bei Fragen: Dr. phil. Dipl. Psych. Yvonne Hülsner
Mail: yhuelsner@yahoo.de
Tel.: 0173-5161104

Ziele der Weiterbildung

  • Verständnis für die Funktionsweise komplexer Systeme und deren selbstorganisierender Prozesse. Für die Praxis relevant sind vor allem Methoden der Fallkonzeption und des Prozessfeedbacks.
  • Veränderungsprozesse können mit geeigneten Methoden auf der Höhe des Geschehens abgebildet werden. Ein internetbasiertes Monitoringsystem zur Prozessbegleitung und -gestaltung wird erlernt und in der Selbst- sowie in der Patientenanwendung genutzt (Synergetisches Navigationssystem, SNS). Das Real-Time Monitoring liefert eine valide Basis für Mikroentscheidungen im therapeutischen Prozess (sharded decision making), für kooperative Feinsteuerung und für die Evaluierung. Das Monitoring kann in Therapie- und Beratung sowie in der Supervision genutzt werden.

Kursleitung und Referenten

Univ.-Prof. Dr. Dr. Günter Schiepek und Dr. phil. Dipl.-Psych. Yvonne Hülsner

Methoden

Workshops, Kleingruppenarbeit, praktische Übungen, Fallbesprechungen, Selbststudium anhand von Fachliteratur und dem Synergetischen Navigationssystem als Lehrmittel

Kosten

1500 €

Die Teilnehmergebühr schließt die Nutzung des Synergetischen Navigationssystems (SNS) über einem Zeitraum von einem Jahr ein.

TN Anzahl

max. 15 TN

Aufbau der Module

Modul 1: 27.2.-28.2.2026

Einführung in die Grundlagen komplexer Systeme, Synergetik, Chaostheorie. Beispiele und Illustrationen aus unterschiedlichen Anwendungsfeldern. Vorstellung einer wissenschaftlichen Theorie therapeutischer Veränderungsprozesse.

Generische Prinzipien: Kriterien und Bedingungen für gelingende Veränderungsprozesse

Ressourceninterview: Ein Verfahren zur Erfassung persönlicher Ressourcen und Kompetenzen in der Therapie.

Möglichkeiten der Prozessgestaltung und Prozessevaluierung aus Sicht von Komplexitätswissenschaften und Chaostheorie. Grundlegung der im Synergetischen Navigationssystem (SNS) implementierten Analyseinstrumente.

Freitag, 27.2.2026

09.00-12.45 Uhr:
Überblick über die Inhalte des gesamten Kurses, Literatur.
Klärung von Erwartungen und der verfügbaren Praxisfelder der Teilnehmer*innen.
Einführung in die Grundlagen der Komplexitätswissenschaften: Theorie komplexer Systeme, Synergetik, Chaostheorie. Beispiele aus der Physik, der Dynamik des Gehirns, der Psychologie, insbesondere der Psychotherapie. Illustrationen und Übungen aus dem Bereich der Wahrnehmungspsychologie. Wirkfaktoren in Therapie und Beratung: Medical vs. Contextual Model.

12.45-13.45 Uhr:
Pause

13.45- 18.00 Uhr:
Vorstellung einer wissenschaftlichen Theorie therapeutischer Veränderungsprozesse. Einführung der generischen Prinzipien. Kleingruppenarbeit zum Praxisbezug der Prinzipien

Samstag, 28.2.2026

09.00-12.00 Uhr:
Einführung in das Synergetische Navigationssystem: Funktionen, Analysemethoden.

12.00-13.00 Uhr:
Pause

13.00-14.30 Uhr:
Ressourceninterview: Ein Verfahren zur Erfassung persönlicher Ressourcen und Kompetenzen in Therapie und Beratung. Praktische Übung

Modul 2: 24.4.-25.4.2026

Methoden zur Analyse von Prozessdaten, Einführung in das SNS

Fallkonzeption in der Psychotherapie mittels Idiographischer Systemmodellierung (Einführung, Videobeispiel, praktische Übung). Entwicklung eines persönlichen Systemmodells, Vorstellung in der Gruppe, Erstellung eines persönlichen Fragebogens zur Prozesserfassung

Entscheidend für die Unterstützung von selbstorganisiertem Ordnungswandel in komplexen Systemen ist eine detaillierte Vorstellung über die Funktionsweise des Systems, um dessen Veränderungsprozess es geht. Im Bereich von Einzeltherapie und -beratung wird das „System“ mit Hilfe eines speziellen Interview- und Konstruktionsverfahrens modelliert, der idiographischen Systemmodellierung. Diese anspruchsvolle Methodik klinischer Gesprächsführung wird in diesem Modul vorgestellt und geübt. Aus den Variablen eines Systemmodells kann mit Hilfe des Fragebogeneditors im SNS ein individualisierter Prozessfragebogen entwickelt werden, der für den jeweiligen Veränderungsprozess ein passgenaues Messinstrument liefert. Das Vorgehen kann auch für Teams und Organisationen adaptiert werden.

Die Systemmodellierung wird in persönlichen Entwicklungsprojekten der Teilnehmer*innen eingeführt (Arbeit in Peer-Groups). Ab diesem Modul können die Teilnehmer*innen das SNS in Selbstanwendung nutzen und praktische Erfahrungen damit sammeln. Vorgestellt wird die Funktion und Anwendung von Analysemethoden für Zeitreihen, insofern sie zum Verständnis von Veränderungsprozessen nützlich sind. Das Modul vertieft auch das methodische und theoretische Verständnis nichtlinearer, selbstorganisierender Systeme.

Freitag, 24.4.2026

09.00-12.45 Uhr:
Fragen und Erfahrungen seit dem letzten Modul.
Fortsetzung: Methoden zur Analyse von Prozessdaten im SNS (Dynamische Komplexität, Recurrence Plots, Synchronisationsmuster, etc.)
Anwendung der Synergetik in Psychotherapie und Beratung: Synergetisches Prozessmanagement.

12.45-13.45 Uhr:
Pause

13.45- 18.00 Uhr:
Einführung in die idiographische Systemmodellierung. Vorgehen und Verfahrenslogik. Videobeispiel und ausführliche Übung.

Samstag, 25.2.2026

09.00-12.00 Uhr:
Angeleitete praktische Durchführung der idiographischen Systemmodellierung anhand persönlicher Beispiele in Kleingruppen.

12.00-13.00 Uhr:
Pause

13.00-14.30 Uhr:
Entwicklung und Vorbereitung persönlicher Entwicklungsprojekte der Teilnehmer zur Selbstanwendung / Selbsterfahrung der Methode. Kleingruppenarbeit.
Nutzung des Fragebogeneditors im SNS und Anlage individualisierter Prozessfragebögen.

Modul 3: 17.7.-18.7.2026

Auswertungsmodalitäten im SNS, Fallbeispiele aus der Praxis, Erfahrungsaustausch zum persönlichen Entwicklungsprojekt, Feedbackgespräche

Selbstorganisierte Veränderung und deren Prozesserfassung erfordert regelmäßige Feedbackgespräche mit allen Beteiligten (Klienten, Beratungskunden). Es wird illustriert und geübt, wie solche Feedbackgespräche unter Nutzung prozessbezogener Informationen aus dem SNS geführt und je nach Therapiephase, Motivation und Setting differenziert gestaltet werden können. Die aus der Synergetik (Theorie der Selbstorganisation komplexer Systeme) und dem empirischen Wissensstand der Psychotherapieforschung abgeleiteten generischen Prinzipien dienen dabei als Heuristiken und Entscheidungshilfen.
Die in den Peer-Gruppen entwickelten persönlichen Entwicklungsprojekte und auch Fallbeispiele der Teilnehmer*innen werden besprochen und reflektiert. Darin werden die idiographische Systemmodellierung und das darauf aufbauende Prozessmonitoring unmittelbar erfahrbar und anschaulich. Es wird gezeigt, wie sich die erlernten Methoden der Komplexitätswissenschaften in der Praxis nutzbar machen lassen. Praxisbeispiel werden supervidiert.

Freitag, 17.7.2026

09.00-12.25 Uhr:
Wiederholung und Klärung offener Fragen. Selbsterfahrung anhand der Reflexion der persönlichen Entwicklungsprojekte.

12.45-13.45 Uhr:
Pause

13.45- 18.00 Uhr:
Die Nutzung und Interpretation nichtlinearer Analyse- und Visualisierungsverfahren im SNS für die Fallbesprechung anhand konkreter Bei-spiele (Weiterführung und Vertiefung).

Samstag, 18.7.2026

09.00-12.00 Uhr:
Videobeispiele von SNS-gestützten Feedbackgesprächen in unterschiedlichen Kontexten (Therapie, Beratung). Bezug zu unterschiedlichen Therapieverfahren.

12.00-13.00 Uhr:
Pause

13.00-14.30 Uhr:
Selbsterfahrung anhand der Reflexion persönlicher Entwicklungsprojekte. Reflexion der von den Teilnehmern durchgeführten Therapie- und Beratungsprozesse. Rückblick auf abgeschlossene Fälle. Falls verfügbar Videoreflexion der Teilnehmer*innen. Fallsupervision. Arbeit in Kleingruppen. Kursfeedback und Verabschiedung.

Onlineseminare

Schwerpunkte:
Technischen Nutzung des SNS, Methoden der Prozessanalyse, Fallbesprechungen

1. Onlineseminar

22. Mai 2026, 15.00 – 18 Uhr

2. Onlineseminar

11. September 2026, 15.00 – 18 Uhr